Hochschultag Witzenhausen 2025 – Die Zukunft von Langzeitversuchen im Fokus
17.11.2025 | VERANSTALTUNG
Wenn Forschung 5–7 Jahre braucht, die Praxis aber morgen entscheiden muss, entsteht ein Raum, der allzu oft unverbunden bleibt: der Raum zwischen Wissen und Anwendung.
Genau in diesem Spannungsfeld bewegte sich der Hochschultag 2025 in Witzenhausen. Während der Vormittag beeindruckend zeigte, wie viel Langzeitversuche über Böden, Fruchtfolgen oder klimarelevante Prozesse offenlegen, verschob sich am Nachmittag der Blick hin zu der Frage, wie dieses Wissen Menschen erreicht, die tagtäglich Entscheidungen treffen müssen.
Die Podiumsdiskussion, moderiert vom Praxisforschungsnetzwerk Hessen und dem LLH, brachte dafür acht Perspektiven zusammen: Politik, Wissenschaft, Praxis und Beratung – vertreten durch Kerstin Geis (SPD), Dr. Christian Hey (HMLU), Prof. Dr. Tobias Weber (Uni Kassel), Dr. Christian Bruns (Uni Kassel), Dr. Ute Williges (LLH), Martin Trieschmann (VÖL/Naturland), Andreas Sünder (LLH) und Christoph Förster (Gut Marienborn).
Sehr schnell wurde deutlich, wo der entscheidende Engpass liegt: Die Erkenntnisse aus Langzeitversuchen kommen nur unzureichend in der Praxis an. Weil die Forschungszyklen lang sind. Weil Zwischenergebnisse selten strukturiert kommuniziert werden. Weil Praxisbetriebe nur begrenzt Teil des Forschungsprozesses sind.
Aus dieser gemeinsamen Diagnose entstand eine klare Richtung für die Zukunft:
- Die AKIS-Struktur des LLH könnte Zwischenergebnisse gezielt aufbereiten und schneller verfügbar machen.
- Versuche sollten stärker mit Praxisbetrieben verzahnt werden, um Forschung und Anwendung näher zusammenzubringen. Das PFN wurde in dem Zusammenhang als positives Beispiel hervorgehoben.
- Langzeitversuche brauchen verlässliche, langfristige Finanzierung, die dem Charakter dieser Forschung gerecht wird.
- Einen engeren Austausch zwischen Wissenschaft und Politik.
Der Tag zeigte damit nicht nur die Bedeutung dieser Versuche, sondern auch das, was sie brauchen, um ihre volle Wirkung zu entfalten: eine bessere Kommunikation, stabile Strukturen und die enge Zusammenarbeit der Akteur:innen, die am Hochschultag gemeinsam diskutiert haben.





