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Forschung für die Praxis: Die PFN-Wintertagung 2026

06.+07.02.2025 | VERANSTALTUNG

Wie können sich Landwirt:innen gegen Extremwettereignisse im Gemüsebau wappnen? Und wieso ist Deutschland führend in der Haselnussverarbeitung, aber kaum eine Haselnuss kommt aus Deutschland? Das sind nur einige der Fragen, über die Landwirt:innen, Forscher:innen und Berater:innen zwei Tage lang auf der PFN-Wintertagung diskutierten. 

Das Erfolgsrezept des PFN

Jedes Jahr im Februar treffen sich Aktive des Praxisforschungsnetzwerk Hessen (PFN) in Herbstein bei Fulda, um gemeinsam Praxisversuche für die kommende Anbausaison zu planen. Besonders wichtig ist hierbei, dass sich die Versuche gut in die Abläufe auf den Betrieben integrieren lassen. Auch dieses Jahr waren wieder viele Landwirt:innen aus ganz Hessen angereist. Abseits des betrieblichen Alltags können sie sich so auf die Planung der gemeinsamen Projekte konzentrieren, die sie zusammen mit Wissenschaftler:innen hessischer Forschungseinrichtungen und Berater:innen des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), und der Anbauverbände Naturland und Bioland durchführen wollen.

Vier Projektgruppen, ein Ziel: zukunftsfähige Landwirtschaft

In vier unterschiedlichen Projektgruppen arbeiteten die Teilnehmenden so an mehreren Themen gleichzeitig. Drei Projektgruppen konnten aufbauend auf Ergebnissen der letzten Jahre ihre Forschungsvorhaben weiter schärfen und konkretisieren. Außerdem gab es mit der Haselnuss-Projektgruppe dieses Jahr erstmalig eine Gruppe von Landwirten die im Obstbau Fragen beantworten will.  

  • Die Projektgruppe Gemüsebau will herauszufinden, in welchem Ausmaß Untersaaten den Ertrag beeinflussen und ob sie den Boden besser vor Starkregen und Hitze schützen. In diesem Jahr soll das erstmalig in Lauchkulturen auf mehreren Betrieben wissenschaftlich erforscht werden.
  • Die Projektgruppe Ackerbau konzeptionierte gemeinsam einen Versuchsaufbau, mit dem sie untersuchen will, inwiefern Kleegras ökonomisch und ökologisch sinnvoll in die Fruchtfolge integriert werden kann.  
  • Die Projektgruppe Schweinehaltung will beantworten, ob Silage nicht nur als Beschäftigungsmittel, sondern auch als Futtermittel für Schweine verwendet werden kann.  
  • Die neu gegründete Haselgruppe plante einen Versuch, mit dem sie untersuchen will, ob sich der Ertrag von Haseln durch die Zugabe von Mikronährstoffen stabilisieren lässt.  

Workshops zu aktuellen Herausforderungen 

Aber nicht nur die Planung der Forschungsvorhaben stand im Mittelpunkt der Wintertagung. In zwei Workshops tauschten sich die Landwirt:innen über die Realität und Herausforderungen der politischen Rahmenbedingungen in der ökologischen Landwirtschaft aus und diskutierten, wie eine zukünftige Agrarpolitik gestaltet sein müsste, um Betriebe effektiv zu unterstützen. Außerdem wurde diskutiert was unabhängig von politischen Rahmenbedingungen notwendig ist, um Betriebe langfristig zu stabilisieren und eine regionale Lebensmittelversorgung im Sinne der Ernährungssouveränität zu sichern. Dabei wurden verschiedene Handlungsträger und konkrete Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert. Um den Ökolandbau nachhaltig zu stärken, sollte der Schutz natürlicher Ressourcen beispielsweise nicht mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand verbunden sein, der die Betriebe in ihrem Alltag ohnehin belastet. Gleichzeitig darf die Anerkennung der erbrachten Ökosystemleistungen über die Produktpreisgestaltung nicht zu erschwerten Wettbewerbsbedingungen führen. So müssten beispielsweise die Folgekosten der konventionellen Produktion bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden.

Staatssekretär Ruhl stellt sich hinter das PFN 

Am letzten Tag der Tagung besuchte Staatssekretär Michael Ruhl des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) die Tagung. Er überreichte einen Bescheid, durch den die Förderung weiterer drei Jahre Praxisforschung in Hessen ermöglicht wird. 

„Das Praxisforschungsnetzwerk Hessen ist ein wichtiger Impulsgeber bei der Umsetzung agrarpolitischer Initiativen und leistet einen wertvollen Beitrag für die Resilienz der landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen. Davon profitieren sowohl der konventionelle als auch der ökologische Landbau. Das Hessische Landwirtschafts- und Umweltministerium unterstützt das PFN auch in den kommenden drei Jahren (…). Damit wollen wir unter anderem den Erhalt und die Steigerung der Biodiversität voranbringen, den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel reduzieren und eine gewässerschutzkonforme Düngung fördern. Unser Ziel ist es, die Kontinuität des PFN zu erhalten und gleichzeitig seine Weiterentwicklung zu fördern.“  (Michael Ruhl, Staatssekretär des HMLU)

Filmische Begleitung der Tagung

Eine Besonderheit lag dieses Jahr darin, dass die Wintertagung medial von der Dokumentarfilmerin Ines Reinisch begleitet wurde, die einen Kurzfilm über das PFN dreht. Hierfür führte sie während der zwei Tage Interviews mit Menschen, die im PFN aktiv sind.

Die Wintertagung endete mit vielen neuen Impulsen, gestärkten Netzwerken und einer klaren Vision für die zukünftige Arbeit des PFN Hessen – für eine resiliente und ökologische Landwirtschaft in Hessen. 

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PFN Hessen –
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