PFN beim Open Campus in Geisenheim
30.+31.08.2025 | VERANSTALTUNG
Praxisforschungsnetzwerk präsentierte das Projekt ÖkoBoden4Resilienz beim Open Campus
Unter dem Motto „Forschung. Bildung. Praxis.“ öffnete die Hochschule Geisenheim (HGU) am 30. und 31. August ihre Türen. Mehr als 100 Ausstellungen, Führungen, Verkostungen und Mitmachaktionen boten spannende Einblicke in angewandte Forschung und Studiengänge. Besuchende entdeckten Forschungsprojekte, Labore und neue Gebäude in der inspirierenden Campus-Atmosphäre.
Im Rahmen dieses Programms präsentierte sich das Praxisforschungsnetzwerk (PFN). Koordiniert von der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen e.V. (VÖL) vernetzt das PFN Wissenschaft, Beratung sowie landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe auf Augenhöhe. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) unterstützte das Projekt fachlich und steht den Praxisbetrieben beratend zur Seite.
Bettina Artelt (HGU) stellte das Projekt „ÖkoBoden4Resilienz“, dass sich mit folgender Frage beschäftigt im Speed-Dating-Format vor :
Wie kann die Wasserhaltekapazität des Bodens verbessert werden, um mit zunehmender Trockenheit im Gemüsebau umzugehen?
Auf drei Gemüsebaubetrieben sowie auf der Versuchsfläche der HGU wurde über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht, welche Wirkung verschiedene Komposte und Zwischenfrüchte auf die Infiltrationsleistung, die Wasserhaltekapazität des Bodens und den Humusaufbau haben. Dabei kamen Komposte tierischer und pflanzlicher Herkunft in Kombination mit (legumen) Zwischenfrüchten zum Einsatz. Ziel des Projektes war es, die Resilienz des hessischen Gemüsebaus gegenüber Wetterextremen zu stärken.
Am Nachmittag folgte direkt auf dem Feld die Ergebnispräsentation von Prof. Jana Zinkernagel von der HGU. Da der Einsatz von Kompost und Stallmist in vielen Gemüsebaubetrieben bislang nicht zur gängigen Praxis gehört, bot das dreijährige Projekt die Gelegenheit, diese Verfahren unter wissenschaftlicher Begleitung zu erproben. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden auf Grundlage wissenschaftlicher Analysen gemeinsam ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Grünschnittkompost und kompostiertem Stallmist die Infiltration verbessert und die Bodenfeuchte erhöht. Besonders in Trockenphasen wie auch in Zeiten erhöhter Niederschläge traten deutliche Unterschiede zwischen den Varianten zutage. Zudem konnten – abhängig von Kultur und Standort – mit beiden Verfahren Ertragssteigerungen im Vergleich zur Kontrolle erzielt werden.
Der LLH war den gesamten Tag über am PFN Stand vertreten und stand dort für Fragen zum Netzwerk sowie zu gartenbaulichen und landwirtschaftlichen Themen zur Verfügung.



