Projektgruppe: Schalenobst
Praxisforschungs-betriebe
Landwirtschaftsbetrieb Sallach GbR
Bio-Landhof Schellhaas
Domäne Rheinfelderhof
Forschungspartner
Justus-Liebig-Universität Gießen
BERATUNG
Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR)
Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen e. V. (VÖL)
Projektlaufzeit
August 2026 bis Mai 2029
Innovative Strategien zur Verbesserung von Qualität und Ertrag in regionalen Haselnussanlagen durch Blattapplikationen von Bor, Zink und Silizium
Für mehr Qualität und Ertrag im regionalen Haselnussanbau
Der Haselnussanbau gewinnt in Deutschland an Bedeutung und bietet Potenzial für eine stärkere regionale Produktion. Gleichzeitig stellen Qualitäts- und Ertragsverluste die Betriebe vor Herausforderungen. Hohle Nüsse, Pilzbefall, Braunfleckenkrankheit oder ein vorzeitiger Fruchtabwurf können die Qualität und Vermarktungsfähigkeit der Ernte deutlich beeinträchtigen. Hinzu kommen Stressfaktoren wie Trockenheit. Bislang fehlen für deutsche Anbaubedingungen jedoch standortangepasste Erkenntnisse zur gezielten Nährstoffversorgung und daraus abgeleitete Empfehlungen für die Praxis.
Genau hier setzt Nuss IQ an. Das Projekt untersucht, wie gezielte Blattapplikationen von Zink, Bor und Silizium dazu beitragen können, die Nussqualität zu verbessern, Ertragsverluste zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegenüber Stress zu erhöhen.
Ziele und Ansatz
Zink und Bor spielen eine wichtige Rolle bei der Fruchtentwicklung und Kernbildung, werden im deutschen Haselnussanbau bislang jedoch kaum gezielt eingesetzt. Im Projekt wird deshalb untersucht, welchen Einfluss die beiden Mikronährstoffe auf Qualität und Ertrag haben und zu welchem Zeitpunkt eine Anwendung besonders wirksam ist.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Silizium. Es kann die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegenüber Stressfaktoren wie Trockenheit erhöhen. Seine Wirkung als Blattdünger bei Haselnüssen wurde bislang nicht untersucht. Nuss IQ prüft den Einsatz erstmals systematisch unter Praxisbedingungen in Deutschland.
Dafür werden über mehrere Vegetationsperioden Feldversuche auf drei Praxisbetrieben in Hessen und Thüringen durchgeführt. Unterschiedliche Varianten und Ausbringungszeitpunkte von Zink, Bor und Silizium werden miteinander verglichen. Boden- und Blattanalysen sowie Ertrags- und Qualitätsdaten zeigen, wie sich die Maßnahmen auf die Pflanzen und die geernteten Nüsse auswirken. Die Erfassung des Mikroklimas hilft dabei, die Ergebnisse auf unterschiedliche Standortbedingungen zu beziehen.
Ergänzend werden in einem Gewächshausversuch Haselnusspflanzen unter kontrolliertem Trockenstress untersucht. So lässt sich die Wirkung der Mikronährstoffe auch unabhängig von der Witterung im Feld betrachten. Eine ökonomische Bewertung der Maßnahmen soll zudem zeigen, welche Ansätze nicht nur pflanzenbaulich sinnvoll, sondern auch für die Betriebe wirtschaftlich interessant sind.
Ziel sind praxisnahe und standortangepasste Empfehlungen, die Haselnussbetriebe dabei unterstützen, Qualität und Ertrag zu verbessern und ihre Anlagen widerstandsfähiger gegenüber sich verändernden Umweltbedingungen zu machen.
Zusammenarbeit von Forschung, Beratung und Praxis
Koordiniert wird Nuss IQ von der Universität Kassel. Sie plant die Feldversuche und wertet die Ergebnisse aus. Die Justus-Liebig-Universität Gießen verantwortet den ergänzenden Gewächshausversuch und übernimmt wesentliche Analysen von Boden- und Pflanzenproben.
Das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum begleitet den Praxisbetrieb in Thüringen und bringt sich in Versuchsplanung und Ergebnisbewertung ein. Die drei beteiligten Praxisbetriebe wirken unmittelbar an der Anlage und Durchführung der Versuche sowie an der Bewertung der Ergebnisse mit. Das Landesamt für Landwirtschaft Hessen ist vor allem in seiner beratenden Funktion und auch als Unterstützung beim Wissenstransfer mit dabei.
Der Austausch zwischen Forschung, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis ist dabei ein zentraler Bestandteil des Projekts. Erkenntnisse und Erfahrungen aus Nuss IQ werden unter anderem über Feldtage, Netzwerke, Beratung, Fachveröffentlichungen und die Kommunikationskanäle der beteiligten Einrichtungen in die Praxis getragen.
Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-AGRI) durch das Land Hessen und die Europäische Union.

